ZINKENISTEN UND POSAUNISTEN

   Die Zinkenisten und Posaunisten sind eine der zahlreichen Musikgruppen die bei der Landshuter Hochzeit mitwirken. Die Gruppe der Zinkenisten und Posaunisten besteht seit dem Jahre 1956 und ist seitdem ein fester Bestandteil bei den Aufführungen der Landshuter Hochzeit. Wir spielen mittelalterliche Tanz- und Tafelmusik auf originalgetreu nachgebauten Instrumenten der damaligen Zeit.

Die derzeitige Besetzung besteht aus 8 krummen Tenorzinken, 1 Bassposaune, 4 Tenorposaunen, 1 Altposaune, 1 Zugtrompete, 1 Tambourin und 1 Trommel. Der Zink (ital. Cornetto) ist ein Blasinstrument aus Holz mit einer konischen Schallröhre, sieben Grifflöchern, sowie einem Kesselmundstück aus Horn und wird vom Ansatz her wie eine Trompete geblasen. Die Spielweise des Zinken kann man als schwierig bezeichnen, da der Ziehbereich der einzelnen Töne sehr groß ist und daher vom Spieler neben einem guten Ansatz auch ein feines Musikgehör erfordert. Der Zink verlor vielleicht auch deshalb in der Musizierpraxis im Laufe der Jahrhunderte mehr und mehr an Bedeutung.

Ein ebenfalls nicht mehr gebräuchliches Musikinstrument ist unsere Zugtrompete. Die Spieltechnik diese Instruments ist ungewöhnlich, denn der Bläser hält die Zugtrompete mit der einen Hand dicht hinter dem Mundstück, während er mit der anderen Hand das übrige Instrument an dem einen Zug hin und her bewegt. Im Gegensatz zu einer Fanfare, kann dadurch eine chromatische Tonskala gespielt werden.

Gegen Ende des 14. Jahrhunderts veränderten dann kluge Instrumentenbauer diese Auszugsvorrichtung in einen U-förmigen Posaunenzug und es entstand die wesentlich handlichere Posaune, so wie sie auch heute noch gespielt wird. In unserer Gruppe werden verschiedenen Arten von Posaunen verwendet. Neben der kleinen Altposaune, sind 4 Tenorposaunen und eine Bassposaune besetzt.

Zahlreiche Abbildungen und Instrumentenverzeichnisse aus dem Mittelalter belegen die vielfache Verwendung von Zinken, Posaunen und Schlagwerk bei kirchlichen und weltlichen Anlässen. Im späten 17. Jahrhundert begann der Zink allmählich an Bedeutung zu verlieren und wurde bis Anfang des 19. Jahrhunderts noch bei Stadtpfeifern oder Turmbläsern verwendet.

Durch das Bemühen, die Musik des Mittelalters möglichst in ihrer originalen Klanggestalt aufzuführen, finden diese schon fast vergessenen Instrumente bei der Landshuter Hochzeit wieder ihre berechtigte Verwendung.

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